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Checkliste für Betriebsvereinbarungen zur Künstlichen Intelligenz

Mann und Frau sitzen an einem Konferenztisch zusammen mit einem Roboter der die künstliche Intelligenz symbolisieren soll.
Foto: Eigenproduktion - Mit KI erstellt

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Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht Esther Beckhove aus Schwetzingen hat in der Zeitschrift „Arbeitsrecht im Betrieb“ (Heft 4/2025, Seite 13) eine pragmatische Checkliste für Betriebsvereinbarung zum Thema Haftungsrisiken und Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten im Zusammenhang mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz, insbesondere ChatGPT veröffentlicht: 

Haftungsrisiken für Beschäftigte

  • Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, z.B. ChatGPT oder Perplexity oder anderen KI-Anwendungen birgt Risiken in den Bereichen Datenschutz, fehlerhafte Inhalte und Verstöße gegen betriebliche Regelungen.​
  • Datenschutzverstöße können auftreten, wenn sensible Daten in die KI eingegeben werden, was gegen die DSGVO verstößt.
  • Falschinformationen oder veraltete Daten können zu fehlerhaften Entscheidungen führen, was rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.
  • Verstöße gegen interne Unternehmensrichtlinien können arbeitsrechtliche Folgen haben.

Arten der Fahrlässigkeit und Haftung

  • Leichte Fahrlässigkeit: Keine Haftung bei geringfügigen Versehen.​
  • Mittlere Fahrlässigkeit: Teilweise Haftung, wenn Sorgfaltspflichten verletzt werden.​
  • Grobe Fahrlässigkeit: Volle Haftung bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen.​
  • Vorsatz: Volle Haftung bei absichtlichem Fehlverhalten, was auch strafrechtliche Konsequenzen haben kann.

Rolle des Betriebsrats

  • Der Betriebsrat hat Mitbestimmungsrechte bei der Einführung und Nutzung von KI-Systemen, die das Verhalten der Beschäftigten erfassen.​
  • Betriebsräte sollten klare Regelungen für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz, z.B. ChatGPT oder Perplexity oder anderen KI-Anwendunge in Betriebsvereinbarungen festlegen, einschließlich zulässiger Anwendungsfälle, Datenschutz, Qualitätssicherung und Haftungsregelungen.​
  • Sensibilisierung und Schulung der Beschäftigten sind wichtig, um Risiken zu minimieren und den verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern.​

Checkliste Betriebsvereinbarung zu Künstlichen Intelligenz (BV KI)

  1. Zulässige Nutzung: In welchen Arbeitsbereichen darf Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt werden?
  2. Verbotene Eingaben: Wie ist die Übermittlung sensibler Daten und vertraulicher Informationen an die KI zu verhindern?
  3. Überprüfungspflicht: Wer trägt die Verantwortung für den Umgang mit KI-generierten Inhalten?
  4. Haftungsregelungen: Wer haftet wann und wie sind Beschäftigte vor unwissentlichem Fehlverhalten zu schützen?
  5. Schulungsmaßnahmen: Der sichere Umgang mit KI verlangt verpflichtende Trainings.
  6. Mitbestimmungsrechte: Bei Einführung und Nutzung von KI-Tools wird der Betriebsrat eingebunden.

Key Takeaways

  • Der Artikel behandelt Haftungsrisiken für Beschäftigte bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz, wie Datenschutzverletzungen und fehlerhafte Inhalte.
  • Die Checkliste für Betriebsvereinbarungen zur Künstlicher Intelligenz erleichtert die zielgerechte Gestaltung und effiziente Verhandlung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber.
  • Die Arten der Fahrlässigkeit und Haftung umfassen leichte, mittlere und grobe Fahrlässigkeit sowie Vorsatz.
  • Der Betriebsrat hat Mitbestimmungsrechte bei der Einführung von KI und sollte klare Regelungen für deren Nutzung aufstellen.
  • Sensibilisierung der Beschäftigten ist entscheidend, um Risiken zu minimieren und den verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern.

Der Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift Arbeitsrecht im Betrieb(Heft 4/2025, Seite 13).

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